Familien unter Druck – Corona treibt Eltern an den Rand des Möglichen
23.03.2020 |
Pressemitteilung Familienbund
Die Corona-Krise verlangt von Eltern einen schier unmöglichen Balanceakt. Der Familienbund Freiburg ruft Politik, Arbeitgebende und Tarifparteien auf, für eine rasche Entlastung der Familien zu sorgen.
Freiburg, 23.04.2020 – „Eltern sind findig und innovativ, sie sind Experten in der Jonglage von Familie und Beruf“, erklärte der Sprecher des Familienbund-Leitungsteams Michael Hagedorn. „Die jetzige Situation jedoch bringt viele Familien an den Rand der Verzweiflung: Wie sollen wir das alles leisten? Wird das Einkommen ausreichen?“ Eltern können nicht auf Dauer gleichzeitig als Lehrer*innen, Erzieher*innen, Betreuer*innen, Arbeitnehmer*innen und Nachbarschaftshelfer*innen funktionieren und dabei allen und allem gerecht werden. „Die Corona-Pandemie entlarvt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endgültig als Mythos“, so Hagedorn weiter. „An der aktuellen Krise wird einmal mehr deutlich, dass Familien eine völlig neue Zeitpolitik brauchen. Eine Politik, die Eltern flexibel auf die unterschiedlichen Phasen im Familienleben reagieren lässt. Ein solche Zeitpolitik, etwa in Form von Optionszeitenbudgets, würde Familien auch in Krisenzeiten Sicherheit geben.“
In der jetzigen Lage sind allerdings rascher umsetzbare Maßnahmen gefordert. Der Familienbund fordert insbesondere Arbeitgebende und Tarifparteien auf, Eltern mit größtmöglicher Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung entgegenzukommen. „Die Lohnfortzahlung muss auch bei längerer unverschuldeter beruflicher Verhinderung für Eltern garantiert werden“, sagte Hagedorn. Das gilt besonders auch für alleinerziehende Mütter und Väter sowie für Eltern kinderreicher Familien, die jetzt vor ganz besonderen Herausforderungen stehen. Eltern müssen aufgrund der Corona-Krise den Anspruch auf eine Sonderfreistellung von zehn Tagen erhalten, um das Familienleben auch unter den Bedingungen einer gesellschaftlichen Ausnahmesituation aufrechterhalten zu können.“
Ohne Familien ist kein Staat zu machen.
Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands. Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 13 Mitgliedsverbände an. Seit 65 Jahren setzt sich der familienpolitische Fachverband für eine familiengerechtere Gesellschaft ein. Der Verband versteht sich als „Stimme der Familien“ – als Interessenvertretung aller Familien in Gesellschaft, Politik und Kirche. Die Rahmenbedingungen für Familien müssen nach Ansicht des Familienbundes so gestaltet sein, dass jede Familie – unabhängig von ihrer jeweiligen Ausprägung – bestmöglich gelingen kann.
Pressekontakt:
Familienbund der Katholiken in der Erzdiözese Freiburg