ENTLASTUNG VON FAMILIEN STATT ZUSCHLAG
Der Familienbund der Katholiken unterstützt eine stärkere Beitragsdifferenzierung zugunsten von Familien in der sozialen Pflegeversicherung. Er spricht sich jedoch für eine neue Systematik ohne Kinderlosenzuschlag aus: Zukünftig sollte es einen paritätisch finanzierten Normalbeitrag für Personen ohne unterhaltsberechtigte Kinder und eine proportionale Entlastung pro Kind geben.

Hoffmann kritisiert jedoch den Kinderlosenzuschlag: „Durch den Kinderlosenzuschlag wird der falsche Eindruck erweckt, dass Kinderlosigkeit sanktioniert werden soll. Eigentlich geht es aber um die Entlastung von Familien, die hohe Kosten tragen und die umlagefinanzierte Sozialversicherung durch die Erziehung von Kindern stützen. Dass der Kinderlosenzuschlag von den Arbeitnehmenden allein getragen wird, ist eine weitere Schieflage.“
Aus Sicht des Familienbunds wäre das richtige Modell ein einheitlicher Pflegeversicherungsbeitrag für alle Personen, die keine unterhaltsberechtigten Kinder haben. Dieser Normalbeitrag müsste paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden. Familien sollten abhängig von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder entlastet werden. Hierfür schlägt der Familienbund einen Kinderfreibetrag analog zum Steuerrecht vor.
„Ein solcher Freibetrag würde Familien in der Zeit, in der sie hohe Kosten für Kinder tragen müssen, gezielt und angemessen entlasten. Der generative Beitrag von Eltern muss systematisch und fair anerkannt werden“, sagt Hoffmann. „Jedes Kind stärkt die Zukunft der Pflegeversicherung. Deshalb muss die Entlastung für Familien konsequent und für jedes Kind in gleicher Weise gelten.“
